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Tja, da hab ich schon seit 2 Jahren dieses supertolle Ella-Spinnrad hier stehen, welches ich mir mal zum Geburtstag gewünscht habe, weil ich spinnen so absolut entspannend fand und dann verwaiste das gute Stück lange Zeit.

Höchste Zeit, es vor zu holen und mal wieder richtig zu entspannen. Ich weiß nicht warum, aber es schrie förmlich nach mir und so folgte ich dem Ruf und schnappte mir ein wenig Wolle und schwupps gings auch schon rund und klappte auf Anhieb direkt wieder. *freu*

So nahm ich mir dann auch direkt meine Reste bunten Kammzugs und spann ein Verlaufsgarn daraus, welches ich auch direkt am nächsten Tag zu Mama geschickt habe, die schon daran sitzt und ein Tuch draus strickt. Wieder mal eine gelungene Überraschung, denn ich hatte es geschafft nix zu sagen vorher! ;)Schick siehts schon aus aber ich dachte am Ende ich hab zu viel Drall und begab mich auf die Suche nach fachmännischem Rat. Der war recht fix gefunden, durch eine wirklich tolle Ravelry Gruppe, bei welcher ich auch am 15. zu meinem ersten Spinntreffen gehen werd. ;) Und wie es der Zufall so will, wohnt doch direkt auch eine keine 300m von mir entfernt. Also fix auf nen Kaffee verabredet und schon hatte ich am nächsten Tag Besuch. Das Coole war, daß ich erfuhr, daß ich gar nicht zu viel Drall habe, sondern eigentlich recht guten. Das hätte sie mir wohl nicht sagen sollen, denn damit packte mich der Virus vollends! So saß ich noch in der selben Nacht da und suchte verzweifelt nach buntem Kammzug – nix zu finden, jede Menge Rohwolle hier, aber nix buntes :(

Nun gut, da ich aber UNBEDINGT spinnen wollte (jaja, ich weiß, ich tu das ohne Rad auch schon genug), nahm ich mir dann den weißen Kammzug und legte los………..

….. nachts um 4 war ich fertig, konnte aber immernoch nicht die Finger von lassen und habe es dann auch noch verzwirnt – Navajo-Technik –  das erste Mal und es ging erstaunlich gut.

Und weil das Garn ja noch Farbe brauchte hab ich mich danach auch noch hingestellt und gefäbrt. So sieht es nun aus und befindet sich gerade in der Verstrickung. ;) Eigentlich sollten es Stulpen mit Zopfmuster werden, aber das war mir dann doch nix, sah irgenwie nicht aus, also geribbelt, wieder Muster überlegt, wieder angestrickt, nicht gefallen, geribbelt, so ging das den ganzen Tag. :( Erstaunlicherweise tut die viele Ribbelei dem Garn überhaupt nix – na gut, ich habs auch echt fest gezwirnt ;).

Jetzt strick ich die Stulpies einfach glatt rechts und freu mich dann übers Ergebnis ;). Aus lauter Frust über mein nicht vorhandenes Muster, und aus Süchtelei zum Rad, mußte ich dann doch gestern noch mal loslegen, aus einem Haufen von ungekämmten Wollflocken wurde dann ein Haufen Stroh (leider kein Goldener, daran muß ich wohl noch üben) und dieser Strang, der an meine Freundin Frauke, die Kindermützenqueen geht, natürlich auch Navajo gezwirnt und in ihren (hoffentlich) Lieblingsfarben gefärbt. Ich bin schon sehr gespannt, was sie daraus zaubert :mrgreen:

Ja und was soll ich sagen, bei all der Spinnerei kann man ja auch gut im Kopf sich ein paar Sachen ausspinnen und so überlegte ich hin und her und her und hin, was ich nun mache und wie es nun weiter geht und was ich eigentlich will und ob und wie ich weiterfärben will und so weiter und so weiter. So ratterte das Rad gleichmäßig vor sich hin und mein Hirn ratterte mit, glücklicherweise produktiver Natur! ;) Ich seh auch schon, daß eine neue Sucht geboren ist – ich muß echt aufpassen langsam, bei noch mehr Hobbies muß ich mir doch noch mehr Arme anbauen lassen oder Albus Dumbledore überfallen und das Zeitglas klauen!

So kam ich zu dem Schluß, den der Titel ja schon verrät, den CraSy Monday wieder zurückzuholen. Nein, diesmal nicht mit Strickanleitungen (kommt ja sonst keiner hinterher) sondern mit meinen Färbungen. Da mir die Färberei wirklich viel Spaß macht und ich gern experimentiere mit Farben und Formen, ich aber auch einfach nicht so viel Zeit über habe, wie ich gern hätte, und trotzdem alle paar Tage mal mit den Farben panschen muß, habe ich mir einfach einen Zeitplan dafür überlegt, der funktionieren sollte ;).

Es gibt am CraSy Monday GENAU 6 STRÄNGE, jeden Montag um 18 Uhr! Für jeden Wochentag einen also. Für Sonntags keinen, denn Sonntags soll ja geruht werden ;). Diese Stränge poste ich Montags um 18 Uhr in einem Album in meiner FB Gruppe und auf meiner FB Seite. Und es wird nach dem Pinzip verfahren, wer als erster HIER schreit, der bekommt den jeweiligen Strang. Wird nix nachgefärbt sind alles Unikate. Die Materialien werden verschieden sein, von Sowo bis Lacegarn, je nachdem, was mir so in die Finger kommt. ;)

Ich werd mich selbst auch martern und vorher nix zeigen und posten und ein großes Geheimnis um die Farben machen, (kicher, das fällt mir selbst ja am schwersten) damit es auch spannend bleibt und der Montag immer wieder Überraschungen bereit hält. Und weil ich ja selbst immer schwer schweigen kann gibts hier ausnahmsweise mal einen Ausblick auf die morgigen Stränge. ;) Ich hüpf dann jetzt mal in die Küche und haspel und bade sie, damit sie morgen Abend auch wirklich trocken sind und dann strick ich noch meine Stulpen fertig und hoffe dabei, daß morgen meine bestellten Kammzüge kommen, damit ich weiter süchteln kann :mrgreen:

Nachdem ich ja nun zum allgemeinen Frustabbau und zu Testzwecken auch mit dem Färben angefangen habe möchte ich Euch hier eine interessante Methode vorstellen, die wunderbare Effekte ergibt. Ich konnte ja nur so nebenbei färben, denn ich bin ja noch dabei mein Lagerregal einzuräumen und die Wohnung umzuräumen, der Meisensocken Mystery KAL läuft auch und morgen kommt der nächste Teil, also mußte es etwas geben, dem ich zwischendrin ein wenig Zeit widme und am Ende ein schönes Ergebnis bekomm. Der Beitrag von Tumana in ihrem Blog hat mich also inspiriert und so habe ich ein wenig rumexperimentiert ;) hier also meine Version der Wickelfärbung.

Du brauchst, Zeit, Zeit und Zeit (ist ideal für Berufstätige, denn wenn man von der Arbeit kommt macht man einen Teil, nach dem Schlafen den nächsten und nach der nächsten Arbeitsschicht den nächsten. ;) Neben Zeit wird noch Färbematerial in 2 harmonierenden Farben benötigt, in meinem Fall Kool Aid sowie diverse Schüsseln und Becher, Frischhaltefolie (da ich keine mehr hatte habe ich einen Bratschlauch genommen), eine Mikrowelle oder einen Backofen und ein wenig Essig.

Zunächst wickel ich meine Stränge zu einem Knäuel (ich habe es direkt von der Kone gewickelt) nach der Sylvie-Technik und zwar schööööööön locker, denn wenn es zu fest innen ist kommt die Farbe nicht richtig durch habe ich festgestellt. Das Knäuel versuche ich so rund wie möglich zu bekommen, dann Flachknäule ergeben Untertassen und die gibts ja sowieso schon fertig zum Färben und das wollen wir ja nicht.

Wenn mein Knäuel fertig gewickelt ist, geht es erst mal baden, und zwar in warmen Wasser mit einem Tropfen (wirklich nur einer!) Spüli und einem Eßlöffel Essig. Da darf es dann mindestens eine halbe Stunde, ruhig eine Stunde sich erst mal ausruhen und entspannen. Und für uns heißt es warten.

Danach drücke ich es richtig gut aus, so daß mit aller Kraft kein Wasser mehr rausläuft – jetzt ist es durstig und wartet auf Farbe ;) davon habe ich in der Zwischenzeit die hellere der beiden angerührt und in eine Schüssel oder ein passendes Gefäß gegeben, ein bischen, circa ein Schnapsglas voll Farbe habe ich mir übrig behalten. Nun setze ich mein Knäuel in das Gefäß und zwar so, daß das Loch, welches ja entsteht, weil bei der Sylvie-Methode bis zum Ende der Daumen im Knäuel steckt , nach OBEN zeigt und die Seite, welche kein Loch mehr hat unten in der Farbe landet. Nun gieße ich vorsichtig in das Loch meine Farbe aus dem Schnapsglas. Dann drücke ich ein paar Mal pumpartig auf das Knäuel, bis man merkt, daß die Farbe nach oben gepumpt wird. Nun wird es an ein ruhiges Plätzchen gestellt und für uns heißt es wieder  warten. Mindestens 4 Stunden lang, gern über Nacht oder über den Arbeitstag hinweg.

rein in die Farbe, bissel pumpen, stehen lassen - warten!

Wenn das Knäuel nun gut gezogen ist, nehme ich aus aus Farbe 1 heraus und drücke das überschüssige Wasser aus dem Knäuel. Faszinierender Weise verblieb nur klares Wasser übrig alle Farbpigmente blieben im Knäuel, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

links nachdem ein Knäuel drin gelegen hat - rechts die Farbe vorher - faszinierend, oder?

Nachdem es gut ausgedrückt ist und somit wieder durstig wird es kopfüber nun mit der Lochseite nach unten in Farbe 2 eingelegt, welche unbedingt der dunklere Farbton sein sollte. Auch hier machst Du ein paar Pumpartige Bewegungen. Aber vorsicht, nicht sooo viele, wie bei der ersten Seite. Dann wird das Ganze wieder an ein ruhiges Plätzchen gestellt und wir warten wieder mindestens 4 Stunden lieber länger oder über Nacht.

Wenn das Ganze dann durchgezogen ist nehme ich es aus dem Färbebad und drücke es wieder richtig gut aus. Nun wandert es in Frischhaltefolie oder Bratschlauch (beim Bratschlauch nicht luftdicht abbinden, sonst platzt er in der Mikrowelle) und wandert 5- 8 Minuten in die Mikrowelle. Danach gebe ich es direkt noch für eine Stunde bei 100° in den Backofen zum fixieren – sicher ist sicher hab ich mir gedacht ;) Es heißt also wieder warten ;)

hier die Knäule nach 2 Färbebädern, toller Verlauf, oder?

Nachdem es nun ausgebacken hat, man merkt das daran, daß nur noch klare Flüssigkeit aus dem Knäuel kommt, nehme ich es vorsichtig aus der Folie – Vorsicht seeeeehr heiß! – und lasse es zunächst einmal auskühlen.

Danach muß wieder ein Strang draus gemacht werden, sonst dauert es ewig bis es trocknet. Wenn man schööööön locker gewickelt hat, könnte man auch riskieren es so trocknen zu lassen, das wäre aber nicht mein Ding, ich hätte Angst es schimmelt. Also Haspel rausgeholt oder einen Stuhl zu Hilfe genommen, wer keine Haspel hat, und einen Strang draus gemacht. Beim Umwickeln sieht man auch schön den Farbverlauf nach innen, es wird nämlich Stückweise immer blasser. Spannenderweise bei mir nur auf der Seite mit der hellen Farbe ;)

hier sieht man wie es im Inneren aussieht

Wenn wieder ein Strang draus geworden ist, binde ich den noch ab und wasche den Strang mit Perwoll oder einem anderen Wollwaschmittel und dann wird er gespült und zum Trocknen aufgehangen.

Und so trocknen sie dann die Stränglein

Stränglein auf der Leine

Hier die Knäuelfärbungen noch mal im Einzelnen, leider ist kein Tageslicht im Bad, daher sind die Farben nicht so schön zu sehen.

der rot-orangene

 

der rosa-lilane

Weil das aber nicht genug war mußte ich noch einen “echten” Farbverlauf färben in Knäuelfärbung. Also hingesetzt und einen Strang in 4 gleich große schöne lockere, Knäuel gewickelt, immer wenn ich 25 g erreicht hatte, fing ich wieder neu an zu wickeln. Dabei aufpassen, daß nicht beim neu wickeln sich das andere Knäuel aufdröselt, denn es hängt ja noch dran.

Ich habe dann die 4, die eins sind noch baden lassen und währenddessen die Färbebecher vorbereitet von dunkel nach hell. Angefangen mit gelb, dann orange, dann watermelon, dann kirsche. Von diesen angerührten Farben habe ich je ca 1/4 in ein weiteres Schüsselchen oder Schälchen gegeben und beiseite gestellt. Nun darauf geachtet, daß die aneinanderhängenden Miniknäulchen auch die richtige Reihenfolge haben und ab damit in die Farbe. Auch wieder kurz anpumpen und warten – in etwa auch 4 Stunden.

die knäulchen in den Schälchen,drüber schon die 2. Farbe parat ;)

Nach verstrichener Wartezeit habe ich auch hier die überschüssige Flüssgkeit ausgedrückt. Dann nahm ich mir meine abgeteilten je 25% der Farben her und rückte jede Farbe um einen Platz, nach links, das heißt an erster Stelle stand nun Orange, dann Watermelon, dann Kirsche und zuguter Letzt noch das Gelb, ich hatte mir das vorher schon so hingestellt, damit ich es nicht vergesse. Auch hier habe ich die Knäulchen kopfüber reingesetzt und nur gaaanz kurz angepumpt und dann wieder gewartet – ca 4 Stunden.

und anders herum in Färbebad 2

Das Ergebnis hinterher kann sich sehen lassen, die Miniknäuel haben untereinander schöne Verläufe. Nun auch noch mal ausdrücken und dann ab zur Haspel. Dort zeigt sich dann schon ein Teil der Schönheit, welcher sich aber wohl erst beim Verstricken des Ganzen zeigen wird.

die 4 Miniverlaufsknäulchenteils schon auf der Haspel teils noch nicht

Nach dem Haspeln wird noch gewaschen und getrocknet und hier sind sie nun meine Creationen ;)

Strängeparade leider mit Blitz fotografiert, Tageslichtbilder folgen noch

noch mal etwas näher, links der rot-orange Knäuelfärbung, daneben rosa-lila Näuelfärbung, dann ein herkömmlicher rot-grünrotorange, dann die Verlaufsknäuelfärbung und rechts ein ganz herkömmlicher Strang als Farbexperiment

mal zum Vergleich, das ist das Knäuel nach dem Färben

und so sieht der Strang dann aus (leider auch Blitz, muß das noch bei Tageslicht machen)

hier der rosa-lila als Knäuel noch vor dem Rendevouz mit der Haspel

nach Haspel und Trocknung leider ohne Tageslicht, daher macht der Blitz nen Grünstich, den es gar nicht gibt :(

Hach was war das für ein aufregender Tag. Ich muß ja zugeben, daß ich schon mit dem falschen Bein heute morgen irgendwie aufgestanden bin, denn ich hab ja gestern meine halbe Wohnung auseinandergerupft, weil ich nun neue Lagerregale mit der Hilfe einer Freundin an die Wand angebracht habe, nun alles umgeräumt werden muß und meine Sortierkisten da nicht mehr rein passen, weil sie zu lang sind! :?

die Meisenpost war da - leider nicht meine Farben

Eigentlich stand heute auch ein wichtiger Termin für mich an und ich hatte keine Ahnung, wie ich das hier schaffen soll. Ich greife mal voraus, mein Termin war heute verhindert und wir mußten verschieben, das erfuhr ich allerdings erst abends. Die liebe Daniela hat mich gestern im Umbauchaos besucht und der erste Satz war: “Huch? Is bei Dir ne Bombe geplatzt??” – Jaaaaaaa, ich weiß es sieht so aus, aber abwarten, wie es hinterher aussieht! :P Nun gut, die Trümmer der Bombe waren heutenoch zu großen Prozentteilen zu finden, aber, dem läßt sich ja Abhilfe schaffen, auch wenn die Lust dazu eher gering war.

Erst mal Kaffee gekocht, mit den Hunden raus, dann Computer an, Nachrichten lesen, dann Pakete fertig machen und dann ran an den Feind. – Tja aber schon ging es los, Facebook hat sich grandioserweise überlegt, umzubauen über Nacht und so ging bei mir gar nix mehr, weder der Tab noch das Fenster ließen sich schließen und mein kleiner Mac war damit total lahm gelegt, es drehte sich nur noch der bunte Ball und er drehte sich und er drehte sich und er drehte sich……..

Ich hätt das Ding gegen die Wand schmeißen können, denn ich mußte ja noch Briefmarken und Aufkleber ausdrucken und der Mystery Socken KAL ist in vollem Gange und ich seh nix und kann keine Fragen beantworten *GRUMMEEEEL*. OK, nach gefühlten 100 Stunden warten ging es endlich und ich wollte loslegen und …………….. es klingelte an der Tür – aaaah, JETZT gestört werden?? Na gut, es war der UPS Bote mit der Meisenpost, und dann auch noch welche die nicht so meine Farben sind, glücklicherweise konnte ich einen schon erfolgreich tauschen….

Gut, also weiter im Text und Pakete gemacht und………… irgendwie kommt mir ein komischer Geruch aus der oberen Etage entgegen – ich verfolgte ihn also ganz Sherlock Holmes-like und was war? Haben mir die Hunde, obwohl wir gerade 15 Minuten vorher reingekommen sind von einer laaaaaangen Runde Kinderzimmer und Bad vollgekackt, alle 3 (Und ich bin mir sicher, ich habe draußen schon 3 Tüten mit gleichem Inhalt eingesammelt!!) !!!!!! Wie heißt es so schön, wenn man in Sch….e greift hat man noch Glück an dem Tag? Das wagte ich ja zu bezweifeln!

Naja, ich war also mittlerweile auf 180, dann will ich weiter Pakete machen und der Computer geht wieder nicht mehr – 200!!! Ok zwischendrin ein wenig geräumt, Computer geht wieder, ich druck die Zettel aus, will zukleben……….. es klingelt an der Tür – aaaaaargh 250!!!! Ok, es war GLS, welcher mir einen riesen Karton brachte mit Verpackungsmaterial (als ob ich jetzt schon nicht wüßte wohin damit!) Also noch mehr aufgestapelt in der Bude.

Ich will Pakete zukleben, und ich find in dem Chaos meinen Abroller mit dem Klebeband nicht mehr – 280!!! Naaaaaa gut, nehmen wir also eine frische Rolle und machen es per Hand, der Karton mit den Klebebandrollen stand griffbereit. ;) So weit so gut – aber wo ist nur die blöde Schere abgeblieben? bzw. hätte mir ja schon eine von 5 die hier rumfliegen genügt – 300!!!! Dann kommt das Kind nach Hause, sabbelt mich voll, steigt auch noch über die rumstehenden Kisten ohne aufzupassen und fragt mich, ob sie Fersehen gucken darf – 500!!!!! Hääääää? Wie wäre es mal mit mir ein wenig helfen? Zumindest die Samla-Kisten, die ich in ihrem Zimmer abgeladen habe in das nun an seiner richtigen Stelle befindliche Regal zu packen? Nöööö is ja zuviel verlagt!

Nach einem 15 minütigen Moralvortrag, wie es mal mit Arbeit selbst sehen und helfen und mal dran denken, daß ich hier schon ewig die Wohnung nicht verlassen habe, weil ich nur noch arbeite und immer mehr in die Breite gehe statt in die Länge und auch mal gern wieder was für mich tun würde anstatt ihr ständig hinterherzuräumen, zu arbeiten, damit sie hierhin kann und dahin kann und dort ins Theater mit der Schule etc, hatte ich gerade ne Schere gefunden gefunden, Klebeband angesetzt, klingelt es schon wieder an der Tür – 1000!!!!! Al ob ich heute noch mal dazu komm meine Pakete fertig zu machen und endlich dieses Chaos zu beseitigen, was da herrscht und mich wansinnig macht, weil ich nix mehr finde???

Gut, es war DHL-Bote (der Schnuckelige)- er brachte gleich mehreres – ein riesen Paket von meiner Mama, eins von Nicky und eins von Daniela und eins für die Nachbarin. Ich fang mal hinten an – Daniela, es sind immer die Stillen, die am meisten fühlen und merken und zuhören! Danke!!!!!! Erst recht für den weißen Küßchen Nachschub, die konnte ich gebrauchen!

In Nicky´s Paket gabs lecker Heidelbeer mit Grappa Schnäppi und Sahnetrüffel-Likörchen. Was soll ich sagen? Ich hab mir erst mal n dicken Schnäppi eingegossen und die Küßchen geschlachtet. Gut, dann war ich wieder nur noch bei 500 und widmete mich dem größten Paket – Mama.

Als ich es aufgemacht habe, mußte ich sooooo laut lachen, daß ich schlagartig nach Schnäppi und Küßchen wieder auf normal Level war. Ich zeig Euch am besten ein Bild – Mama schickte ein kniehohes Freßpaket mit allem drum und dran – Tütensuppen für den Notfall, Brötchen, Käse, Küßchen (sie hat sich anstecken lassen :mrgreen:), Camembert, ein Glas Leberwurst, Zwicback, falls ich wieder Kreise renne wegen der Sorgen und nix essen kann, Kekse und Knoppers für Jenny und so weiter und so weiter. Ich würd mal schätzen, das waren gute 6-8kg Inhalt. Jaaaaa, Mami, vielen Dank, das erspart mir den Großeinkauf ;) und ich hab mehr Zeit zu Hause zu sitzen und meine Sachen zu sortieren. ;)

ein Blick ins Mama-Paket, mit allem, was man so brauch ;)

So sitz ich also mit Küßchen und Schnäppi vom Paket und grins mir einen, und es taten sich direkt Jugenderinnerungen auf. Es erinnerte mich daran, wie ich noch Student war hier in Berlin, Kohle knapp und daheim saß und Knäckebrot mit Margarine gefuttert hab, weil mehr wegen Studiengebühren und Büchern etc nicht mehr drin war. Handies gabs damals noch nicht und internet auch nicht, ich hatte nich mal nen Computer und telefonierte so eines Abends mit meinem Bruder, der mir sagte, wenn knapp ist, soll ich einfach beim nächsten Brief, den ich zu Mama schicke mal mit nem Feuerzeug die Ränder ankokeln. Ich hab gefragt wozu, er grinste nur durchs Telefon und meinte, ich soll mich überraschen lassen, also tat ich das – der Antwortbrief von  Mama war 3 Tage später da und enthielt nen 20 Mark Schein, damit kam ich wieder bis Monatsende um die Runden! Merke!: Brennst Du die Ränder Deines Briefes ab, so heißt das bei Deinen Eltern, daß Du abgebrannt bist (zu deutsch pleite) und sie schicken Dir was! :mrgreen:

Tja, nur schade, daß man bei Emails nicht die Kanten anbrennen kann – ihr Jugendlichen der heutigen Zeit, was solch subtile Nachrichten anbelangt, seid ihr echt benachteiligt! :D

Als ich aus meinem Studenten-Untermietzimmer raus war und meine erste eigene Wohnung hatte, war es wieder knapp gewesen, und wieder Knäckebrot-Time. Ich wohnte damals im Dachgeschoß eines schnuckeligen sarnierten Altbaus im schönen, grünen Diplomatenvirtel in Pankow. Weil noch so einiges fehlte, unter anderem auch ein Wäschekorb, bat ich Mama mir einen in Polen zu besorgen, nich zuuuu groß aber auch nicht zu klein bitte, denn bissel Wäsche soll ja schon rein. Mama sagte, sie schickt ihn mir, er kam auch an ne Woche später, gebracht von einem Briefträger – ich seh ihn wirklich noch heute vor meinem inneren Auge – der zwar schlank, drahtig und trainiert zu sein schien, aber vor meiner Dachgeschoßwohnung (ich erinnere Altbau! ohne Fahrstuhl!!) stand, schnaufte wie ein Wahlroß, rot war wie ein Feuermelder und dem das Wasser in Sturzbächen von der Stirn lief während er mir sagte, er hätte ein Paket für mich :mrgreen:

Was soll ich sagen? Ich hab ihm das natürlich abgenommen und denk mir, naaaaaa gut, der Korb geht zwar bis zum Bauchnabel hoch, aber was hat er nur? is doch nur ein Weidenkorb? – DENKSTE –  als ich ihn in die Wohnung trug, ging ich fast am Stock, na gut, ich geb zu, ich hab ihn nur nem Meter getragen und den Rest hab ich ihn geschleift. Am Tisch angekommen hab ich das Papier aufgerupft um zu gucken, was Muttern da reingepackt hat, was das Ganze so schwer machte. Naaaa? habt ihr ne Idee???? Richtig, der Inhalt war in etwa der, welcher sich auch in meinem heutigen Paket befand. :D Naja, is ja klar, Kind is alleine in der großen weiten Welt und der großen Stadt, die damals noch nicht die Hauptstadt unseres Landes war und muß natürlich versorgt werden, daß sie nicht vom Fleisch fällt!

Also Mama, nur kleiner Hinweis, ich bin mittlerweile 17 Jahre älter, fertig mit studieren, und selber Mama :mrgreen: aber ich hab wohl auch begriffen, da ich die Jüngste bin werd ich immer das KLEINE Kind bleiben :P – Jaaaaa, ich hab Dich auch lieb!

Jaaaa, bevor ich mich restlich in den Erinnerungen verlor machte ich mir noch nen Kaffee und wagte mich wieder ran an den Feind – ääääh, die geplatzte Bombe und eben selbe Beseitigung und …………….. es klingelte wieder an der Tür. 180!!!!! Es war Hermes, mit einem Paket was schon verloren zu sein geglaubt war – meine gefärbten Stränge! Ich kann sie also wieder verschicken die Drachen und Feen ;)

Nu gut, mit 180 räumt sich ja bekanntlich schneller oder? Also ran —— und es klingelt. Diesmal die freundliche nette ältere Nachbarin, die ihr Paket, welches ich noch entgegengenommen habe abholen wollte, nur einen Blick in den Flur nahm und mich mit großen Augen ansah. Und ich sie mit hängendem Kopf, zutiefst peinlich berührt sie dann doch herein bat, ihr die Situation erklärte und ihr ihr Paket gab und noch 5 Minuten schnackte. Tja, ich werd sie demnächst auf nen Tee einladen müssen, damit sie sieht, daß hier nich immer so aussieht! – Imagewiederherstellung nennt man das!

Amipost!!!!!! yeah!

Aber handgefärbte Stränge ist überhaupt das Stichwort! Ich habe gestern einen dicken Brief aus Amerika bekommen mit diversehn Päckchen Kool Aid von der lieben Andrea. Yeah! jetzt kann es los gehen das Färben, ja und weil ich gestern Nacht schon wieder nicht schlafen konnte habe ich mich entschieden dann doch direkt noch ein paar Knäule zu wickeln und mal die Wickelfärbetechnik auszuprobieren, soll ja irgendwie kultig sein. Ich wickelte ein flaches, eher Ufo-Knäuel und ein rundes Oma-Knäuel und legte sie zunächst einige Zeit in Farbe 1 und dann über Nacht in Farbe 2, zum hochsaugen quasi. Ein mini-probeknäulchen habe ich auch direkt noch gemacht ;)

Also ich kann berichten, was mich heute morgen erwartete, überraschte mich positiv, die Knäule

meine 3 Knäuel vor dem Gang in den Ofen

sind trotz der etwas dunkleren Grundfarbe (das Grundmaterial ist Elfenbeinfarben)  richtig toll geworden. Und so wanderten sie erst in die Mikrowelle und weil ich ja so ein Sicherheitsmensch bin und sowieso noch viel zu tun hatte noch mal für ne Stunde bei 100 Grad in den Ofen. Als ich sie rausholte, war ich mit dem Ergebnis noch zufriedener als vorher. ;) Also hab ich sie gehaspelt, damit sie trocknen können und  hängte sie doch glatt schon auf, da fiel mir ein, daß ich sie ja noch waschen muß, also mein Tagwerk noch mal unterbrochen, ab nach Oben Stränge waschen und erneut zum Trocknen aufhängen.

Und da sind sie nun meine 2 Teststränge – Ich find sie schick und die nächsten 3 befinden sich zur allabendlichen Entspannung schon wieder im Färbebad Farbe 1, vorm ins Bett gehen, steck ich sie in Farbe 2 und morgen früh werden sie fertig gemacht. :mrgreen: So hab ich zwar mein Chaos heute nich beseitigt aber wenigstens noch was schönes zustande gebracht. Ich werd mich mal noch eine Weile ums Umräumen kümmern, damit ich bald Bilder vom fertig eingeräumten Regal präsentieren kann.

Strang 1, das blau-lila Omaknäuel im oberen Bild

 

Strang 2 das grün-rote Flachknäuel im oberen Bild