Archive for the Category »Wolle Färben «

Tja, da hab ich schon seit 2 Jahren dieses supertolle Ella-Spinnrad hier stehen, welches ich mir mal zum Geburtstag gewünscht habe, weil ich spinnen so absolut entspannend fand und dann verwaiste das gute Stück lange Zeit.

Höchste Zeit, es vor zu holen und mal wieder richtig zu entspannen. Ich weiß nicht warum, aber es schrie förmlich nach mir und so folgte ich dem Ruf und schnappte mir ein wenig Wolle und schwupps gings auch schon rund und klappte auf Anhieb direkt wieder. *freu*

So nahm ich mir dann auch direkt meine Reste bunten Kammzugs und spann ein Verlaufsgarn daraus, welches ich auch direkt am nächsten Tag zu Mama geschickt habe, die schon daran sitzt und ein Tuch draus strickt. Wieder mal eine gelungene Überraschung, denn ich hatte es geschafft nix zu sagen vorher! ;)Schick siehts schon aus aber ich dachte am Ende ich hab zu viel Drall und begab mich auf die Suche nach fachmännischem Rat. Der war recht fix gefunden, durch eine wirklich tolle Ravelry Gruppe, bei welcher ich auch am 15. zu meinem ersten Spinntreffen gehen werd. ;) Und wie es der Zufall so will, wohnt doch direkt auch eine keine 300m von mir entfernt. Also fix auf nen Kaffee verabredet und schon hatte ich am nächsten Tag Besuch. Das Coole war, daß ich erfuhr, daß ich gar nicht zu viel Drall habe, sondern eigentlich recht guten. Das hätte sie mir wohl nicht sagen sollen, denn damit packte mich der Virus vollends! So saß ich noch in der selben Nacht da und suchte verzweifelt nach buntem Kammzug – nix zu finden, jede Menge Rohwolle hier, aber nix buntes :(

Nun gut, da ich aber UNBEDINGT spinnen wollte (jaja, ich weiß, ich tu das ohne Rad auch schon genug), nahm ich mir dann den weißen Kammzug und legte los………..

….. nachts um 4 war ich fertig, konnte aber immernoch nicht die Finger von lassen und habe es dann auch noch verzwirnt – Navajo-Technik –  das erste Mal und es ging erstaunlich gut.

Und weil das Garn ja noch Farbe brauchte hab ich mich danach auch noch hingestellt und gefäbrt. So sieht es nun aus und befindet sich gerade in der Verstrickung. ;) Eigentlich sollten es Stulpen mit Zopfmuster werden, aber das war mir dann doch nix, sah irgenwie nicht aus, also geribbelt, wieder Muster überlegt, wieder angestrickt, nicht gefallen, geribbelt, so ging das den ganzen Tag. :( Erstaunlicherweise tut die viele Ribbelei dem Garn überhaupt nix – na gut, ich habs auch echt fest gezwirnt ;).

Jetzt strick ich die Stulpies einfach glatt rechts und freu mich dann übers Ergebnis ;). Aus lauter Frust über mein nicht vorhandenes Muster, und aus Süchtelei zum Rad, mußte ich dann doch gestern noch mal loslegen, aus einem Haufen von ungekämmten Wollflocken wurde dann ein Haufen Stroh (leider kein Goldener, daran muß ich wohl noch üben) und dieser Strang, der an meine Freundin Frauke, die Kindermützenqueen geht, natürlich auch Navajo gezwirnt und in ihren (hoffentlich) Lieblingsfarben gefärbt. Ich bin schon sehr gespannt, was sie daraus zaubert :mrgreen:

Ja und was soll ich sagen, bei all der Spinnerei kann man ja auch gut im Kopf sich ein paar Sachen ausspinnen und so überlegte ich hin und her und her und hin, was ich nun mache und wie es nun weiter geht und was ich eigentlich will und ob und wie ich weiterfärben will und so weiter und so weiter. So ratterte das Rad gleichmäßig vor sich hin und mein Hirn ratterte mit, glücklicherweise produktiver Natur! ;) Ich seh auch schon, daß eine neue Sucht geboren ist – ich muß echt aufpassen langsam, bei noch mehr Hobbies muß ich mir doch noch mehr Arme anbauen lassen oder Albus Dumbledore überfallen und das Zeitglas klauen!

So kam ich zu dem Schluß, den der Titel ja schon verrät, den CraSy Monday wieder zurückzuholen. Nein, diesmal nicht mit Strickanleitungen (kommt ja sonst keiner hinterher) sondern mit meinen Färbungen. Da mir die Färberei wirklich viel Spaß macht und ich gern experimentiere mit Farben und Formen, ich aber auch einfach nicht so viel Zeit über habe, wie ich gern hätte, und trotzdem alle paar Tage mal mit den Farben panschen muß, habe ich mir einfach einen Zeitplan dafür überlegt, der funktionieren sollte ;).

Es gibt am CraSy Monday GENAU 6 STRÄNGE, jeden Montag um 18 Uhr! Für jeden Wochentag einen also. Für Sonntags keinen, denn Sonntags soll ja geruht werden ;). Diese Stränge poste ich Montags um 18 Uhr in einem Album in meiner FB Gruppe und auf meiner FB Seite. Und es wird nach dem Pinzip verfahren, wer als erster HIER schreit, der bekommt den jeweiligen Strang. Wird nix nachgefärbt sind alles Unikate. Die Materialien werden verschieden sein, von Sowo bis Lacegarn, je nachdem, was mir so in die Finger kommt. ;)

Ich werd mich selbst auch martern und vorher nix zeigen und posten und ein großes Geheimnis um die Farben machen, (kicher, das fällt mir selbst ja am schwersten) damit es auch spannend bleibt und der Montag immer wieder Überraschungen bereit hält. Und weil ich ja selbst immer schwer schweigen kann gibts hier ausnahmsweise mal einen Ausblick auf die morgigen Stränge. ;) Ich hüpf dann jetzt mal in die Küche und haspel und bade sie, damit sie morgen Abend auch wirklich trocken sind und dann strick ich noch meine Stulpen fertig und hoffe dabei, daß morgen meine bestellten Kammzüge kommen, damit ich weiter süchteln kann :mrgreen:

Nachdem ich ja nun zum allgemeinen Frustabbau und zu Testzwecken auch mit dem Färben angefangen habe möchte ich Euch hier eine interessante Methode vorstellen, die wunderbare Effekte ergibt. Ich konnte ja nur so nebenbei färben, denn ich bin ja noch dabei mein Lagerregal einzuräumen und die Wohnung umzuräumen, der Meisensocken Mystery KAL läuft auch und morgen kommt der nächste Teil, also mußte es etwas geben, dem ich zwischendrin ein wenig Zeit widme und am Ende ein schönes Ergebnis bekomm. Der Beitrag von Tumana in ihrem Blog hat mich also inspiriert und so habe ich ein wenig rumexperimentiert ;) hier also meine Version der Wickelfärbung.

Du brauchst, Zeit, Zeit und Zeit (ist ideal für Berufstätige, denn wenn man von der Arbeit kommt macht man einen Teil, nach dem Schlafen den nächsten und nach der nächsten Arbeitsschicht den nächsten. ;) Neben Zeit wird noch Färbematerial in 2 harmonierenden Farben benötigt, in meinem Fall Kool Aid sowie diverse Schüsseln und Becher, Frischhaltefolie (da ich keine mehr hatte habe ich einen Bratschlauch genommen), eine Mikrowelle oder einen Backofen und ein wenig Essig.

Zunächst wickel ich meine Stränge zu einem Knäuel (ich habe es direkt von der Kone gewickelt) nach der Sylvie-Technik und zwar schööööööön locker, denn wenn es zu fest innen ist kommt die Farbe nicht richtig durch habe ich festgestellt. Das Knäuel versuche ich so rund wie möglich zu bekommen, dann Flachknäule ergeben Untertassen und die gibts ja sowieso schon fertig zum Färben und das wollen wir ja nicht.

Wenn mein Knäuel fertig gewickelt ist, geht es erst mal baden, und zwar in warmen Wasser mit einem Tropfen (wirklich nur einer!) Spüli und einem Eßlöffel Essig. Da darf es dann mindestens eine halbe Stunde, ruhig eine Stunde sich erst mal ausruhen und entspannen. Und für uns heißt es warten.

Danach drücke ich es richtig gut aus, so daß mit aller Kraft kein Wasser mehr rausläuft – jetzt ist es durstig und wartet auf Farbe ;) davon habe ich in der Zwischenzeit die hellere der beiden angerührt und in eine Schüssel oder ein passendes Gefäß gegeben, ein bischen, circa ein Schnapsglas voll Farbe habe ich mir übrig behalten. Nun setze ich mein Knäuel in das Gefäß und zwar so, daß das Loch, welches ja entsteht, weil bei der Sylvie-Methode bis zum Ende der Daumen im Knäuel steckt , nach OBEN zeigt und die Seite, welche kein Loch mehr hat unten in der Farbe landet. Nun gieße ich vorsichtig in das Loch meine Farbe aus dem Schnapsglas. Dann drücke ich ein paar Mal pumpartig auf das Knäuel, bis man merkt, daß die Farbe nach oben gepumpt wird. Nun wird es an ein ruhiges Plätzchen gestellt und für uns heißt es wieder  warten. Mindestens 4 Stunden lang, gern über Nacht oder über den Arbeitstag hinweg.

rein in die Farbe, bissel pumpen, stehen lassen - warten!

Wenn das Knäuel nun gut gezogen ist, nehme ich aus aus Farbe 1 heraus und drücke das überschüssige Wasser aus dem Knäuel. Faszinierender Weise verblieb nur klares Wasser übrig alle Farbpigmente blieben im Knäuel, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

links nachdem ein Knäuel drin gelegen hat - rechts die Farbe vorher - faszinierend, oder?

Nachdem es gut ausgedrückt ist und somit wieder durstig wird es kopfüber nun mit der Lochseite nach unten in Farbe 2 eingelegt, welche unbedingt der dunklere Farbton sein sollte. Auch hier machst Du ein paar Pumpartige Bewegungen. Aber vorsicht, nicht sooo viele, wie bei der ersten Seite. Dann wird das Ganze wieder an ein ruhiges Plätzchen gestellt und wir warten wieder mindestens 4 Stunden lieber länger oder über Nacht.

Wenn das Ganze dann durchgezogen ist nehme ich es aus dem Färbebad und drücke es wieder richtig gut aus. Nun wandert es in Frischhaltefolie oder Bratschlauch (beim Bratschlauch nicht luftdicht abbinden, sonst platzt er in der Mikrowelle) und wandert 5- 8 Minuten in die Mikrowelle. Danach gebe ich es direkt noch für eine Stunde bei 100° in den Backofen zum fixieren – sicher ist sicher hab ich mir gedacht ;) Es heißt also wieder warten ;)

hier die Knäule nach 2 Färbebädern, toller Verlauf, oder?

Nachdem es nun ausgebacken hat, man merkt das daran, daß nur noch klare Flüssigkeit aus dem Knäuel kommt, nehme ich es vorsichtig aus der Folie – Vorsicht seeeeehr heiß! – und lasse es zunächst einmal auskühlen.

Danach muß wieder ein Strang draus gemacht werden, sonst dauert es ewig bis es trocknet. Wenn man schööööön locker gewickelt hat, könnte man auch riskieren es so trocknen zu lassen, das wäre aber nicht mein Ding, ich hätte Angst es schimmelt. Also Haspel rausgeholt oder einen Stuhl zu Hilfe genommen, wer keine Haspel hat, und einen Strang draus gemacht. Beim Umwickeln sieht man auch schön den Farbverlauf nach innen, es wird nämlich Stückweise immer blasser. Spannenderweise bei mir nur auf der Seite mit der hellen Farbe ;)

hier sieht man wie es im Inneren aussieht

Wenn wieder ein Strang draus geworden ist, binde ich den noch ab und wasche den Strang mit Perwoll oder einem anderen Wollwaschmittel und dann wird er gespült und zum Trocknen aufgehangen.

Und so trocknen sie dann die Stränglein

Stränglein auf der Leine

Hier die Knäuelfärbungen noch mal im Einzelnen, leider ist kein Tageslicht im Bad, daher sind die Farben nicht so schön zu sehen.

der rot-orangene

 

der rosa-lilane

Weil das aber nicht genug war mußte ich noch einen “echten” Farbverlauf färben in Knäuelfärbung. Also hingesetzt und einen Strang in 4 gleich große schöne lockere, Knäuel gewickelt, immer wenn ich 25 g erreicht hatte, fing ich wieder neu an zu wickeln. Dabei aufpassen, daß nicht beim neu wickeln sich das andere Knäuel aufdröselt, denn es hängt ja noch dran.

Ich habe dann die 4, die eins sind noch baden lassen und währenddessen die Färbebecher vorbereitet von dunkel nach hell. Angefangen mit gelb, dann orange, dann watermelon, dann kirsche. Von diesen angerührten Farben habe ich je ca 1/4 in ein weiteres Schüsselchen oder Schälchen gegeben und beiseite gestellt. Nun darauf geachtet, daß die aneinanderhängenden Miniknäulchen auch die richtige Reihenfolge haben und ab damit in die Farbe. Auch wieder kurz anpumpen und warten – in etwa auch 4 Stunden.

die knäulchen in den Schälchen,drüber schon die 2. Farbe parat ;)

Nach verstrichener Wartezeit habe ich auch hier die überschüssige Flüssgkeit ausgedrückt. Dann nahm ich mir meine abgeteilten je 25% der Farben her und rückte jede Farbe um einen Platz, nach links, das heißt an erster Stelle stand nun Orange, dann Watermelon, dann Kirsche und zuguter Letzt noch das Gelb, ich hatte mir das vorher schon so hingestellt, damit ich es nicht vergesse. Auch hier habe ich die Knäulchen kopfüber reingesetzt und nur gaaanz kurz angepumpt und dann wieder gewartet – ca 4 Stunden.

und anders herum in Färbebad 2

Das Ergebnis hinterher kann sich sehen lassen, die Miniknäuel haben untereinander schöne Verläufe. Nun auch noch mal ausdrücken und dann ab zur Haspel. Dort zeigt sich dann schon ein Teil der Schönheit, welcher sich aber wohl erst beim Verstricken des Ganzen zeigen wird.

die 4 Miniverlaufsknäulchenteils schon auf der Haspel teils noch nicht

Nach dem Haspeln wird noch gewaschen und getrocknet und hier sind sie nun meine Creationen ;)

Strängeparade leider mit Blitz fotografiert, Tageslichtbilder folgen noch

noch mal etwas näher, links der rot-orange Knäuelfärbung, daneben rosa-lila Näuelfärbung, dann ein herkömmlicher rot-grünrotorange, dann die Verlaufsknäuelfärbung und rechts ein ganz herkömmlicher Strang als Farbexperiment

mal zum Vergleich, das ist das Knäuel nach dem Färben

und so sieht der Strang dann aus (leider auch Blitz, muß das noch bei Tageslicht machen)

hier der rosa-lila als Knäuel noch vor dem Rendevouz mit der Haspel

nach Haspel und Trocknung leider ohne Tageslicht, daher macht der Blitz nen Grünstich, den es gar nicht gibt :(