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Jaaa, es gibt so einige Situationen, in denen hab ich ziemlich treffsicher jedes Fettnäpfchen mitgenommen ;) (wir erinnern uns, wie ich nicht nur einmal im Glauben, es wäre ein Freund, einem völlig Fremden nur mit einem Handtuch bekleidet die Tür öffnete .. und derlei andere Geschichten), dann gibt es wieder Situationen, da sehe ich etwas, was mich an eine ähnlich peinliche Situation erinnere. Im heutigen Fall, war es dieses Video, was mich zum schwelgen in Erinnerungen brachte. Das hätte glatt ich sein können dort auf dem Bahnhof!

Nun, ich hatte vor einem Jahr die Story schon mal angeschnitten und nun kam sie wieder hoch, da ich ja damals schon versprochen hatte, sie zu erzählen, wirds also höchste Zeit.

LAID, geile Band, die noch ordentlich rocken kann!

Wie ja alle nun wissen, war ich 15 Jahre lang Musikmanager und hatte ein Büro auf einem kleinen aber feinen Hinterhof in Kreuzberg. Auf der anderen Seite des Hofes gab es ein recht gut eingerichtetes Tonstudio, welches von diversen Musikern genutzt wird unter anderem auch, von einer Band bei der der Studioinhaber als dienstältester Musiker selbst mitspielte. Ich hatte den Namen der Band schon häufiger gehört, war ihnen aber bis Dato noch nicht begegnet.

Wie in jedem Jahr war ich auch zu Pfingsten bei meiner Mom, denn sie hat zu der Zeit Geburtstag. Und wie mich auch alle so kennen, reise ich ja immer mit Sack und Pack und ebenso wieder zurück. Natürlich auch dieses Mal. ;) Ich kam also mit jeder Menge Kartons wieder zurück, in denen alles verstaut war, was ich so brauchte – Kindersachen, Allgmeines, Bürokarton.

Mein damals wichtigstes Utensil war mein kleiner PDA (für alle, die nicht wissen, was das ist, es ist ein kleiner elektronischer Kalender, der alles konnte, E-books, Office, Aufzeichnungen… – die Vorform vom Iphone also), in dem ich alles untergebracht hatte, was ich so brauchte, sämtliche Adressen und Telefonnummern, Termine und so weiter. Da das Ding ja auch nicht größer war als ein Iphone war es auch sehr verlockend, das an eine Seite eines Kartons zu stecken, ist ja so schön handlich und klein.

Wieder in Berlin angekommen packte ich schön am Morgen alle Kartons aus und entsorgte sie in der Papiermülltonne, die gerade frisch geleert war. Im Lauf des Tages, war es turbulent wie immer und das Telefon klingelte ohne Ende und auf einmal, es war schon Nachmittag bemerkte ich, als ich etwas notieren wollte, daß mein PDA nicht auf dem Schreibtisch lag – tolle Wurst. Ich begann also völlig panisch das Ding zu suchen, denn es war mein 2. Hirn.

Leider war ich mit meiner Suche nicht wirklich erfolgreich und so grübelte ich hin und her, wo ich ihn zum letzten Mal gesehen hab. Da fiel mir natürlich ein, daß ich ihn an die Seite des einen Kartons gesteckt hatte und ich ja am Morgen die Kartons entleert und entsorgt hatte – mir schwante Übles! Ich dachte also, ich hab ihn samt Karton in den Müll geschmissen. Also vorgerannt zu den Tonnen, aufgemacht und – sie war BIS OBEN HIN VOLL DIE TONNE!!!!!!

Ok, da jetzt am hellerlichten Tage drin rumzuwühlen, wäre ja ein wenig peinlich gewesen, also verschob ich mein Vorhaben auf einen späteren Zeitpunkt und schlich mich Nachts um 1 vor das Haus, um dort in Ruhe, ungestört und unbeobachtet nach meinem wertvollen Kleinod zu suchen. Da der Müllplatz recht dunkel ist, zog ich mir die Tonne vor den Hauseingang (zum Glück erster Hinterhof), denn der war gut beleuchet.

Ich begann zunächst ein wenig da drin rumzuwühlen, in der Hoffnung meine Kartons zu erblicken. Das führte leider zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis, also begann ich Stück für Stück die Tonne zu entleeren. Ich kann Euch sagen, so eine Papiertonne (die großen, breiten mit den Rollen) ist echt tief!

Irgendwann hing ich Kopfüber in der Tonne, meine Beine schwebten außen schon in der Luft, denn meine Arme reichten bei bestehendem Bodenkontakt der Beine nicht mehr bis runter. –  An dieser Stelle muß ich mal kurz unterbrechen und einhaken – Kennt ihr solche Situationen auch, in denen ihr merkt, daß die Position, in der ihr Euch gerade befindet unglaublich lächerlich für einen Außenstehenden aussehen muß und lachen müßt, weil ich Euch gerade vorstellt, das von außen zu sehen? – So war es auch an der Stelle, ich hing kopfüber in der Tonne, die Beine strampelten in der Luft und ruderten, damit ich nicht das Übergewicht verlier und hineinfalle und meine Arme angelten nach dem Altpapier, während ich mich über mich selbst kaputt lachte.

Leider war ich noch nicht am Tonnenboden angekommen und meine Arme reichten auch nicht mehr aus um das unten liegende zu greifen und weiter vor zu beugen hätte dazu geführt, daß ich einfach kopfüber in die Tonne gefallen wäre. Also stieg ich raus und überlegte.

Es gab nur noch einen Weg an die restlichen Sachen heran zu kommen – nämlich komplett hineinsteigen. Eigentlich wollte ich das nicht riskieren aus Angst auf meinen PDA zu treten und ihn damit ins Nirvana zu schicken – aber in Ermangelung längerer Arme blieb mir nichts anderes übrig.

Ich kletterte also in die Tonne und hockte nun da drin und sortierte dort drin die verbliebenen Kartons und Papiere und suchte nach meinen.

Plötzlich merkte ich, wie im Durchgang zum 2. Hof, wo mein Büro und auch das Studio lag plötzlich Licht an ging. Ich dachte zunächst, daß das ja nicht sein kann, daß um die Zeit da noch jemand rumgeistert aber das Licht geht ja nicht von allein an. Dann hörte ich Stimmen, was mich neugierig machte, hätten ja auch irgendwelche Jungs sein können, die sich im Hof an etwas zu schaffen machen wollen.

Kurzum – ich kam natürlich mit dem Kopf aus der Tonne heraus und lugte neugierig Richtung Gang. (Schon allein das – nämlich daß  da plötzlich ein Kopf aus einer Tonne kommt muß recht ulkig ausgesehen haben, zumal der meinige durch das Licht der Eingangstür auch noch wie mit einem Scheinwerfer beleuchtet wurde).

Was ich sah, waren 4 Jungs, inclusive dem Studiobesitzer, die augenscheinlich gerade aus dem Studio kamen. Die Jungs konnten sich das breite Grinsen nicht verkneifen, der Studiobesitzer ergriff direkt das Wort und sagte : “Mensch Sylvie, was machst Du denn da?” Ich entgegnete: “Ich such was!” und tauchte damit wieder in die Tonne ab und hoffte, sie würden das schnell vergessen. Wieder unten angekommen, hockte ich erst mal da und wurde mir der Tragweite dieser Peinlichkeit erst mal bewußt, das mußte also die Band sein, die ich ein paar Tage später kennenlernen sollte. – Na, die haben mich gleich richtig kennengelernt!

Nachdem sie weg waren und ich meinen PDA nicht gefunden hatte (der fand sich ein paar Tage später in dem letzten verbliebenen Karton an, den ich unter das Bett meiner Tochter geschoben hatte), habe ich die Tonne wieder eingeräumt, den Urzustand wieder hergestellt, und nach einer Dusche dann ins Bett in dem mein Kopfkino noch fleißig lief.

Ein paar Tage später stellte mir der Studiobesitzer dann auch im Büro den Sänger der Band vor, da ich angeboten hatte ein wenig zu helfen. Nun ratet mal, was das Erste war, was er zu mir gesagt hat?! – ” Ich bin Dan von Laid – Bist Du nicht die Frau aus der Mülltonne?” – Jaaaaa, ich war es! Alle Erklärungen an der Stelle wären makulatur gewesen, also lenkte ich schnell aufs Wesentliche. Irgendwann habe ich Ihnen auch erklärt was ich da gesucht habe, aber die Story bleibt uns allen in den Köpfen, genau so wie dieses Video hier, welches ein oder 2 Jahre später beim 1. Mai Feitertag bei einem der Bandkonzerte aufgenommen wurde und meine Tochter zeigt, die ordentlich gerockt hat und damit allen gezeigt hat wie es geht – Ehre wiederhergestellt würde ich sagen! :mrgreen:

Erst mal vorausgeschickt – mein Kreislauf ist so im Keller, daß ich mir zuerst einen Kaffee machen mußte bevor ich diesen Artikel schreiben konnte. Warum weiß ich nicht genau, ich hab auf jeden Fall genug getrunken und auch genug mitgehabt :?

Nun gut, aber ich will ja nicht jammern. ;) Heute stand, wie man dem Titel unschwer entnehmen kann, Yoga auf dem Plan. Ich bin ja mit ziemlich hohen Erwartungen in diesen Kurs gegangen, da ich jahrelang einen großartigen Yogalehrer als Nachbarn über mir zu wohnen hatte und wir dadurch wöchentlich in meiner Wohnung Privatstunden von ihm bekamen.

Was mir dort in diesem Kurs begegnete war völlig anders als erwartet. Es gibt ja bekanntlich mehrere Yoga-Arten, ich für meinen Teil habe immer Hatha-Yoga gemacht, jenes, bei welchem man sich aufwärmt, dann die Positionen einnimmt und hält (und ich sage Euch, das ist aaaaaanstrengend und kraftaufwändig!) und dann zur nächsten übergeht. Heute war es ganz anders wir wechselten alle Nase lang die Positionen, der Hund war das zentrale Element, zu dem wir in mehreren Bewegungsabläufen immer wieder zurück kamen. Ich wollte ja nach 20 Minuten schon gehen, weil diese Art für mich einfach so befremdlich war. Aber es geht ja ums durchhalten, also habe ich tapfer die 1,5 Stunden Kurs mitgemacht und mich entschieden mich einfach nicht zu wundern.

Am Ende war es auch gut, ins Schwitzen gekommen sind wir auch, anstrengend war das schon. Im Gegensatz zu den anderen Kursen, nach denen ich wirklich gar keinen bis wirklich marginalen Muskelkater hatte, merke ich jetzt bereits das Ziehen im Rücken, in den Beinen und den Armen. Das finde ich prinzipiell ein gutes Zeichen, denn das erwartet man ja eigentlich auch von einem Training welches einen fordert. ;)

Nun bin ich ein wenig unschlüssig, ob ich da noch einmal hingehe. Eigentlich wollte ich den Kurs in meinen festen Plan mit aufnehmen, aber es war einfach so anders als das, was ich kannte und bisher weiß ich einfach nicht, ob ich mich daran gewöhnen kann oder will. Ich werde da wohl noch ein wenig nachsinnen müssen, denn der Effekt, den es erzielt hat, gefällt mir schon….

Nach dem Kurs ging es noch 25 Minuten aufs Fahrrad, danach fix unter die Dusche und dann in die Sauna. Davon muß ich Euch erzählen! Nun, in Friedrichshain gibt es keinen separaten Frauenbereich und demzufolge auch nur eine gemischte Sauna. ;) Im Vergleich Friedrichshain Steglitz, finde ich die Menschen im Friedelhain durchaus angenehmer und auch leckerer. :P Der Saunabesuch war allerdings eine interessante Gesellschaftsstudie. Im Laufe meines Saunaganges waren 5 Männer und 3 Frauen im Dampfbad. 2 davon bereits drin, als ich hineinkam, dann kam zuerst die Mädels nach und danach die anderen Männers. Ja, was soll ich sagen, ich saß schön, in mein Handtuch eingerollt auf der Bank und war also bedeckt wärend die 2 vorhandenen Männer nur auf ihrem Tuch saßen, aber in einer dezenten Art und Weise, wenn ihr versteht, was ich mein. Von den Mädels, welche reinkamen, legte sich eine direkt längs hin und genoß ohne nachzudenken, die andere kam ebenso wie ich eingerollt ins Handtuch dazu und saß ebenso wie ich da.

Die 3 zukommenden Männer waren dann der Burner sozusagen *hihihi* – gut gebaut waren sie ja schon, kamen herein, und namen sich (wirklich jeder der 3 unabhängig von einander aber auf die gleiche Art und Weise) in einer ausladenden Bewegung das Handtuch von den Hüften, um sich dann breitbeinig, auf selbiges. :D Einer davon schwang auch noch die ganze Zeit mit den Knien hin und her – ob das der neue Balztanz ist, hab ich dann aber nicht gefragt. Vielleicht ist das ja die neue Art der Gebietsabsteckung, vielleicht steck ich nächstes mal ein Lineal ein, dann können sie die Fronten doch direkt klären.. :mrgreen:

Während sich nun die Herren unverblümt auf ihren Plätzen produzierten, blieben die Damen (natürlich inclusive mir) von alledem völlig ungerührt und verließen eine nach der anderen das Feld. :D

Auf dem Weg nach Hause mußte ich schon ein wenig darüber nachsinnen und grinsen, gut, ich gebe zu, die Herren die es betraf waren recht jung, aber trotzdem ist es schon lustig! Jetzt denke ich mal weiter darüber nach, ob ich noch mal zu diesem Yogakurs geh oder nicht, effektiv war es ja schon, nur einfach befremdlich. Morgen schaue ich mir Bodybalance an, das finde ich auch noch spannend. Irgendwo muß sich ja der richtige Kurs für mich da verstecken, oder?

So sieht man völlig ausgepowert aber glücklich nach dem Training aus

Wie schon erwähnt stand heute für meine Aktion-Sommer-Körper der Kurs BodyAttack auf dem Plan. Die Kursbeschreibung lockt mit den Worten “der effektivste Weg Deinen Körper zu Formen und der schnellste um Kalorien zu verbrennen” – also genau das Richtige um schnell die lästigen Pfunde los zu werden, oder?

Ich war also vorbereitet und gerüstet und freute mich und denk mir so – ok, 19 Uhr fängt der Kurs an, gehste 18 Uhr los, dann hast Du noch 20 Minuten auf dem Fahrrad zum aufwärmen. Aber wie immer – planen ist zwecklos! Zunächst stand meine wirklich äußerst liebe Nachbarin zufällig vor der Tür als meine Tochter gerade von der Hunderunde zurück kam und da die Tür nun schon mal offen war mußte ich ja kurz Hallo sagen und wenigstens 5 Minuten schnacken. Glücklicherweise hatte sie auch nicht viel Zeit und so blieb mein Kurs also noch in greifbarer Nähe. ;) Also Tasche geschnappt, die stand ja schon fertig da, rein in die Schuhe und ………… das Kind ruft nach mir. Bei dem Ton, in dem sie gerufen hat, konnte das auch nicht wirklich etwas Gutes verheißen – ich hatte leider auch recht, sie hat den äußeren Griff von der Terrassentür abgebrochen. :( Zum Glück keine Klinke sondern nur ein kleines Plastikteil, da werde ich wohl morgen mal die Hausverwaltung konsultieren müssen… :?

Nun gut, nachdem das geklärt war, bin ich dann in die Schuhe gehüpft und ab ins Studio, ich hatte es mir ja vorgenommen, wenn ich auch den Kurs nicht mehr schaffen würde, dann wenigstens ne Runde aufs Fahrrad oder sonst was, hauptsache bewegen. ;)

Angekommen im Friedrichshainer Studio, merkte ich zunächst einmal, daß das schwarze Kärtchen hier wirklich der Schlüssel zum Glück ist und Tor und Tür öffnet. ;) Man checkt ein damit, verschließt und öffnet seinen Spint damit, checkt zum Kurs ein, aktiviert die Dusche und so weiter und so weiter – faszinierend, was alles so auf einem Magnetstreifen gespeichert werden kann! Also umgezogen und auf Richtung der Geräte und zumindest mal checken, wo der Kursraum ist und so weiter.

Der Kursraum war noch geschlossen, man konnte aber durch die Scheibe sehen, was gerade läuft und das war dann doch so gediegen, daß es wohl schlecht BodyAttack sein sollte. Und welch ein Glück kam da auch schon der Kursleiter, welcher mir zeigte, wie ich mich anmelde und sich schon sichtlich auf seinen anstehenen Kurs freute.

Also gut, kam ich dann doch noch dazu :mrgreen: Gott hat es gut mit mir gemeint. (oder wollte er mich einfach nur schwitzen sehen?) Ich platzierte mich ganz hinten in der letzten Ecke des Raumes, denn die anderen Teilnehmer sachen schon sehr professionell, trainiert und routiniert aus und ich als einzige Wuchtbrumme in dem ganzen Raum wollte mich natürlich nicht der Blöße hingeben, daß auch noch jeder sieht, wie ich da nicht klar komme möglicherweise. Meine Position war gut gewählt wie ich feststellte ;)

Zunächst einmal muß ich sagen, daß die Trainer wirklich, wirklich gut gelaunt waren und viel Spaß verbreiteten, das Programm hatte es dafür auch echt in sich! Früher hätten wir so was Aerobic genannt, aber heute wird das ja schicker ausgedrückt und differenzierter. ;) Es begann mit rhythmischen Seitwärtsschritten und Vorwärtsschritten und Step hin, Step her, klatsch hier, klatsch da und das Ganze auch schon in einem recht flotten Tempo. Ich hampelte dem hinterher und versuchte gleichzeitig im Rhythmus zu bleiben, mir die Schrittfolgen zu merken und hinterherzukommen. Blöderweise waren die immer schon bei der nächsten Schrittfolge, wenn ich eine gerade mal begriffen hatte und das, obwohl ich ja musikalisch echt firm bin. :?

Kennt ihr das, wenn ihr hin und her hampelt und denkt, jeder, der das sehen würde, der würd nur grinsen, weil ihr dauernd hinterherhängt? Und am liebsten würde man durchsichtig werden, damit man mitmachen und üben kann aber die anderen einen nicht sehen und man sich mit seiner Unzulänglichkeit nicht der Öffentlichkeit preis gibt. Ich sage Euch, es gibt eine Steigerungsform davon, nämlich, wenn es schon so weit ist, daß Du förmlich aus Deinem Körper austrittst und von Oben das Geschehen beobachten kannst und dann siehst, wie Du mit Deiner momentan recht massiven Schwungmasse versuchst gegen die Schwerkraft zu kämpfen.

Ich kämpfte aber tapfer weiter und machte mit und war auch ordentlich außer Puste und verfluchte in dem Augenblick, daß wir nun so nahe an der Schule wohnen und die täglichen 20km Fahrradfahen zur Schule hin und zurück (eine Strecke 5km, die ich ja 4 Mal fahren durfte) einfach fehlten. Meine Kondition ist echt im Eimer. Höchste Eisenbahn dafür was zu tun. Auch wenn ich finde, daß BodyAttack wohl nicht der richtige Einsteigerkurs für solche Total-Fitness-Nullen ist, wie ich augenblicklich eine bin. Bevor ich da das nächste mal hingehe hab ich mir geschworen habe ich einiges an Kilometern auf dem Fahrrad verbracht und meine Lungen und Beine wieder trainiert!

Aber gut, weiter im Text, es kamen die nächsten Lieder, es wurde schneller und dann mußten die auch noch anfangen da rumzuhüpfen. Jaaa, ich hielt durch und machte mit! Allerdings habe ich die Hüpfer dann für mich verworfen und bin nur vor, zurück zur Seite, nach hinten gegangen ohne zu springen, denn nachdem mir beim ersten Sprung meine Monstermöpse, gegen das Kinn schlugen, was nicht nur albern ausgesehen haben mußte sondern auch echt unangenehm war, hatte ich das Gefühl, daß sie mir beim 2. und beim 3. Sprung direkt an den Ohren vorbeiflatterten – und ich glaube, das KANN einfach NICHT GUT sein. Wir wissen ja alle spätestens seit der 6. Klasse Physikunterricht, daß Kraft Masse mal Bechleunigung ist und  sowohl die Beschleunigung als auch die Masse in nicht geringen Maß vorhanden waren, lag da also auch eine ordentliche Kraft in dem Schlag meiner vorderen, oberen Auswüchse und bevor ich mich selbst mit meinem Busen K.O. schlage und damit Sportgeschichte in dem Studio schreibe (Schlagzeile: Frau von ihren eigenen Brüsten beim Fitnesskurs K.O. geschlagen) lasse ich es besser bleiben. Also Springen ad acta gelegt, ist sowieso besser für die Gelenke, die ja bei meiner momentanten Masse schon arg gefordert sind und sowieso schon seit meiner Jugend arg angegriffen. Ging auch so ;) – statt der Hampelmänner habe ich dann eben Seitwärtsschritte getanzt. Ich glaub den Trainer hat es nicht gestört, der blieb weiter gute Laune und merkte dann wohl, daß da einige nicht so richtig springen können und zeigte, was man machen kann, wenn man Anfänger ist und unsicher an der Stelle.

Es waren mittlerweile über 20 Minuten vergangen, ich völlig außer Puste, aber ich hielt trotzdem weiter tapfer durch. Es war schon anstrengend und schweißtreibend und forderte mich ordentlich aber es war ein angenehmes außer Puste sein, keins, welches dich in die Knie zwingt und dich dazu bringt dich einfach an den Rand zu schmeißen und aufzugeben, so wie ich es beim Dauerlauf immer getan habe. Durch die Intervalle, die mal schneller und mal langsamer sind hat man zwischendrin immer wieder die Möglichkeit zu regenerieren und weiter zu machen – tolle Sache das!

Weiter ging es mit ein paar Runden im Kursraum im Kreis laufen – naja, ich dachte schon, ich steig da aus, aber gut, ich wollte ja durchhalten und mitmachen also machte ich das auch mit. War lustiger als ich gedacht habe, denn plötzlich mußten wir alle stehenbleiben und dann auf der Position ein paar Schritte nach vorn laufen, Knie schön hoch und wieder zurück, das ein paar Mal und dann wieder im Kreis laufen – in die andere Richtung diesmal. Es fühlte sich ein wenig an wie “Reise nach Jerusalem” bei dem immer ein Stuhl weggenommen wird und man zusehen muß, daß man noch einen ergattert. Kurzzeitig war ich in meine Kindheit versetzt und es blitzten Erinnerungen an Kindergeburtstage durch meinen Kopf. Mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht gings also weiter.

Was danach kam erinnerte mich an american Football. Wir bildeten 2 Fronten, rannten aufeinander zu, bleiben voreinander stehen und tippelten breitbeinig, Po nach hinten ausgestreckt, Oberkörper nach vorn gebeugt wieder rückwärts. Genau so wie man es immer im Film beim Fotballtraining sieht. DAS macht echt Spaß, das kann ich Euch sagen!

Danach kamen noch ein paar Bodenübungen – genau die gefürchteten Dinger, bei denen wir Frauen im Fitnesscheck so kläglich versagt haben – ich hab es erstaunlich gut geschafft, bin nicht einmal eingeknickt – ob das an dem Training vorher lag oder daran, daß der Boden dort aus Stein ist und ich nicht wegrutschen konnte, kann ich jetzt nicht sagen, ich war auf jeden Fall positiv von mir überrascht.

Nach noch einer kleinen Ausdauerrunde und cool down mit Dehnungsübungen waren dann auch schon die 50 Minuten rum. Rasend schnell muß ich sagen. Ich habe ja vermutet, ich breche irgendwann zusammen und steige aus aber neee, ich hab BIS ZUM SCHLUß durchgehalten und mitgemacht. Mann, bin ich stolz auf mich!! Daß das Training ordentlich schafft konnte ich dann an meinem Shirt sehen, welches am Rücken klatschnaß war, genau wie der Bund von meiner Hose :mrgreen:

Glücklich bin ich dann raus aus dem Raum und habe erst mal meinen Kopf unter den Wasserhahn gehangen, denn die kleine Wasserflasche hat dafür nicht gereicht!

Und weil ich mir dachte, nur die Harten komm in Garten, bin ich dann auch noch ne Runde aufs Fahrrad gegangen und hey, das muß ich berichten, weil das war echt toll! Ich hatte mir ja schlauerweise meinen Dan Brown mitgenommen, weil ich dachte, ich les ne Runde beim Strampeln. Aber diese Ergometer, die sie da haben, sind echt der Knaller! Du kannst Deinen Ipod anschließen da und bekommst die Mucke aus dem Gerät, was aber noch viiieeeel cooler ist, jedes dieser Fahrräder hat nen TV-Anschluß und sämtliche Sender sind da gespeichert. Also Kopfhörer einstöpseln, ruff aufs Rad und Lieblingssendung geschaut dabei – DAS find ich total hammermäßig. Ich werd mir dort also demnächst dort nen lustigen Krimiabend auf dem Rad geben, denn wenns spannend wird tritt man bekanntlich schneller! :D

Sporteln und nix verpassen ist echt ne klasse Maßnahme, jetzt müßten die Räder nur Internet und Facebook drauf haben und ich wäre im absoluten Sporthimmel  - Pfunde abstrampeln und dabei meiner Arbeit weiter nachgehen. :mrgreen:

Nun bleibt nur noch abzuwarten, was meine Muskeln dazu morgen früh sagen und ob ich dann der nächsten Herausforderung gewachsen bin ;)