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Mittlerweile ist es ja schon hinlänglich bekannt, daß die Post/DHL und ich keine wirklich guten Freunde sind. Über fehlgeleitete Lieferungen, nicht-zugestellte Pakete, Paketfahrer, die einen gar nicht erst anfahren, sondern irgendwas ins System schreiben kann ich nen ganzen Roman schreiben und was mich das schon für Ärger und Geld gekostet hat geht auch auf keine Kuhhaut! Ich erinnere nur, an das Päckel mit der Überraschung, die Mir Dominik im April/Mai per Express schickte, damit ich es am nächsten Tag habe und welches dann 5 Tage lang unterwegs war..

Diesmal ist die Geschichte aber so verzwickt und verworren, daß man es kaum glauben kann. Es klingt wie in einem schlechten Film. Da es Euch aber auch betrifft nämlich jene, welche bei mir bestellt und bei der Erstbestellung mit dabei waren möchte ich Euch dies auch nicht vorenthalten.

Es ging ja quasi schon gut los :?: ich bestellte und die Email mit der Bestellbestätigung landete im Spam Orndner und der Lieferant wartete wiederum auf die Freigabe des Ganzen bevor er das verschickt. Ich rief also 2 Tage später da, da im online System hinter der Bestellung immernoch “offen” stand. Nun gut, ich rief also da an und fragte nach, erfuhr daß mir eine Email geschickt worden war und fand die dan schließlich auch im Spam Ordner und hab eben schnell alles geklärt, Vorkasse war angesagt, da erste Bestellung und die leistete ich per Paypal, weil es so am schnellsten ging.

Somit ging das Päckel (welches eigentlich 2 sind) dann auch am nächsten Tag auf seine Odyssee. Eigentlich hätten sie am Samstag bei mir sein sollen – waren sie aber nicht *grmpf*! Nun gut, dachte ich mir, kommen sie Montag – Montag Nachmittag 16 Uhr, ein Blick ins online System sagte mir, daß sie IMMERNOCH im Paketzentrum beim Absender standen und noch gar nicht bewegt worden waren 4 Tage lang(!!!!!!!!!!!!) (siehe grün gemarkter Bereich im Bild). Also angerufen bei der DHL und beschwert. Die sagten mir dann, daß der Versender das nachprüfen müsse und ich den kontakten sollte – gesagt getan…… Er rief mich dann auch ein paar Minuten später zurück und sagte mir, daß die Pakete doch schon in Berlin seien und mich am nächsten Tag erreichen sollten. Ok, dachte ich mir, doof gelaufen aber gut, der eine Tag macht dann den Kohl auch nicht fett. Womit ich allerdings nicht rechnete war, daß gestern für mich ein 24 stündiger Horrortrip begann…

Da sitze ich gestern hier und warte und warte und warte voller Spannung auf das Paket und nix passiert, niemand klingelt gaaaaaaar nix. Dann denk ich mir, *ok, schauste mal in die Sendungsverfolgung was dort so steht* und dann der erste schock :shock: Da stand: “Sendung beim Nachbarn zugestellt” – Hääääääääää? Ich war den ganzen Tag hier habe gewartet, niemand hat geklingelt, spinnen die? Zur Tür gerannt (wo mein Briefschlitz ist) und nachgeschaut ob da ein Zettel ist – NIX!!!!! Also wieder angerufen bei der DHL.

Die erzählten mir dann daß das Paket bei einer Person namens Rücknagel in der Reichenberger Straße abgegeben wurde. :shock: Bitte waaaaaaaas? ( Ich wohne dort schon seit über einem Jahr nicht mehr, die Überprüfung meiner Bestellung ergab, ich habe die Adresse richtig angegeben und hatte keinen Plan, wie der Lieferant an DIESE Adresse kommt. (siehe rot markierter Bereich auf dem Bild)

Dazu muß ich sagen, daß mit dieser Adresse jede Menge Schmerz, schlechte Erfahrungen, gebrochene Freundschaften und ein Kontaktverbot zusammen hängen, welches gegen einen ehemaligen Freund erwirkt wurde, weil es einfach anders nicht mehr ging…. Die Vorstellung allein dort hin zu müssen löste heftige Panickattacken aus in mir und ich bin nun wirklich kein Weichei! Aber die Erinnerungen an die zermürbende Abschlußzeit dort ließen die blanke Angst in mir hoch steigen.

Blöderweise erreichte ich zunächst niemanden, der dort mal nachschauen würde, ich allein konnte dort nicht hin, ich wäre vorher schon zusammengebrochen. So rannte ich hier mit zitternden, schweißnassen Händen Kreise in meinem Wohnzimmer herum und wußte nicht mehr, was ich tun soll. Ich wußte nicht, wie die Adresse da hin kam, ich wußte nicht, wie es weiter geht.

Irgendwann erreichte ich dann auch Isa, welche dort vorbei fuhr und diese Person Rücknagel suchte . Der nächste Schock war, daß es diese ominöse Person im ganzen Haus nicht gab. Also blieben nur noch meine schlimmsten befürchtungen daß das Päckel dort gelandet weswegen ich einen solchen Horror habe – vielleicht ein neuer Mitarbeiter. Außerdem dachte ich mir noch, welcher Vollhonk von Zusteller gibt ein Paket an einer Adresse ab, wo er niemanden benachrichtigen kann, weil es den da ja nicht mehr gibt? Alles Mist! Der Tag war gelaufen, ich war im Eimer und habe absolut kein Land mehr gesehen. Wie sollte ich das bewerkstelligen? Unzufriedene Kunden? Geld Rückgaben? Ich dachte, ich kann einpacken und aufgeben, das war der absolute worst case für mich!

So saß ich hier, heulte mir die Augen aus dem Leib überlegte gerade alles aufzugeben und mich dem Schicksal zu ergeben. Ich sprach noch mit 2 Freunden einer im Chat und einer am Telefon aber sie konnten mich auch nicht wirklich aufbauen oder aufmuntern, denn in dieser Situation war guter Rat einfach teuer. Ich dachte mir, ich kann die ganze Nacht nicht schlafen. Für mich war alles vorbei. Später geriet ich dann aber doch noch in ein tiefsinnigeres Gespräch mit einem Bekannten, dem ich von meinem Glauben erzählte. Und wie ich ihm so erzählte und ihm berichtete, wie der Große Meister mir immer Kraft gegeben hat und mir immer half, besann ich mich darauf, daß ich eigentlich doch auf ihn vertrauen sollte weil ich es immer konnte, ich wurde also ruhiger und fühlte wieder Zuversicht und meinen Gesprächspartner regte ich zum Nachdenken über sich an – Der Abend hatte also noch etwas Gutes…. Ich hörte dann noch ein wenig Musik, betete und versöhnte mich mit Gott. Um 4 war ich dann im Bett und heut morgen um 8 direkt wieder am Telefon um zu versuchen das zu klären.

Ein Anruf beim Absender ergab, daß paypal die alte adresse als Lieferadresse übermittelt hatte, obwohl ich sie NICHT angegeben hatte und bei mir alles richtig stand – Systemfehler nummer 1 also. Damit war der Versender schon mal aus der Haftung raus. Dem tat das auch unglaublich leid und er überlegte, was er alles tun kann. Blieb nur noch die DHL, da aber leider an der alten Adresse an einem Klingelschild noch mein Nachname zu finden war – was gar nicht sein darf, vielleicht eine Verwechslung, denn über mir wohnte eine Familie Rach – welcher sich aber nicht entfernen läßt außer von der Hausverwaltung, denn er war hinter einer Glasscheibe in der Klingel drin, dafür hätte man die Klingelanlage öffnen müssen :( . Also War der Paketbote doch gar nicht so doof, denn meinen Namen zumindest konnte er finden :( Schon wieder blöder Mist.

Blieb noch ein letzter Versuch dort in den Büros und dort wo es am schlimmsten war nachzufragen. Isa wollte sowieso zum Bahnhof und bot sich an mir noch einmal zu helfen. Also sind wir wieder hin und sie fragte noch mal überall nach. Die Minuten, die ich im Auto saß zogen sich wie Stunden, mir zitterten die Knie, die Hände schwitzten und mein Herz schlug bis zum Hals…… Endlich kam Isa wieder , die Knie schlotterten – Kein Paket kein Herr Rücknagel – Nix – verschollen.

Damit schwand auch meine letzte Hoffnung. Das Zittern hörte auf, das Herz schlug langsamer, war kaum noch zu spüren und es trat Stille ein, die Stille der Resignation. Ich fuhr also recht bedröppelt Richtung Bahnhof und überlegte mir, wie ich das meinen Kunden bebringen sollte. Unterwegs erzählte mir Isa ihre Erfahrungen mit der DHL und mit Zustellern und so weiter – sie kannte solche Probleme auch zur Genüge :( Nur waren es immer kleinere und mittlere Sachen. Bei mir ging es um eine Warenlieferung für fast 1000 Euro – fast alles, was ich hatte :( Das war also um einiges schlimmer. Kurz bevor wir zum Bahnhof abbogen erzählte sie, daß es auch einmal ein Päckchen gab und ihre Freundin dann auf die Idee gekommen sei, dem Postboten aufzulauern und den zu befragen – GEDANKENBLITZ –  wir hatten noch Zeit, bis der Zug fuhr und dachten, wir schauen mal nach, ob wir einen finden.

Also wieder abgebogen Richtung Kreuzberg – da stand auch direkt das erste gelbe Auto, der Herzschlag beschleunigte sich wieder – befragt ob er die Reichenberger Straße beliefert – Nein – er wußte auch leider nicht wer da fährt und äußerte die Befürchtung daß das ein Subunternehmer sein könnte, was echt schlecht für mich wäre.

Ok, also weiter Richtung Kreuzbgerg, mein Puls raste, das könnte tatsächlich noch eine Möglichkeit sein, den zu finden und damit auch die Pakete. In der Adalbertstraße fand ich das nächste gelbe Auto – leider war auch er nicht für die Reichenberger Straße zuständig konnte mir aber zumindest sagen, welche Straßenzüge dazu gehören. Also weiter und Auf dort hin, ich kam mir langsam vor wie ein Detektiv…..

Am hinterletzten Zipfel fand ich dann das gelbe Auto, der Zusteller kam auch gerade aus einem Haus und wollte wieder los fahren. Also fuhr ich frontal auf ihn zu, mit zitternden Knien und hinderte ihn damit am los fahren. Ich stieg aus, ging zum Fenster und klopfte.

Zunächst – Erleichterung, es war der alte Standardfahrer vom letzten Jahr einer der wenigen guten und zuverlässigen.

Ich: “Huhuh”

Er: “Hallo”

Ich: “Sag mal, Du machst doch auch die Reichenberger Straße, oder?”

Er: “Ja”

Ich: “Bist Du auch gestern gefahren?”

Er: “Ja”

Ich: “Kannst Du Dich erinnern daß Du gestern in der Reichenberger 47 etwas für Rasch abgegeben hast? Weißt Du noch, wo Du das hingegeben hast? Ich brauche das DRINGEND und ich finde diesen Nachbarn nicht!”

Er runzelte die Stirn und sagte mir, er hat gar nix abgegeben, denn ein Nachbar hat ihm gesagt, daß ich umgezogen bin und daher hat er die Sendung wieder mitgenommen mit unzustellbar, die würde jetzt zurückgeschickt werden.

Ich hätte direkt losheulen können vor Erleichterung, daß es nicht komplett verschollen ist, sondern greifbar. Damit würde es vielleicht länger dauern, weil es zurück geht aber mein Geld und mein Kapital waren nicht verloren.

Er griff direkt zum Telefon und noch während ich ihm sagte, daß ich das wirklich SEEEEEEEEHR dringend brauche, telefonierte er schon mit dem Depot.

Er: “Du, icke bins, ich hab doch gestern 2 ziemlich große Pakete zurück gebracht für Rasch, Rücksendung, stehen ganz vorne. Haste die schon zurück geschickt?

Hm……………..

ja……………..

aha………………

ok……………… ick geb ihr Deine Nummer.”

Er sagte mir dann, sie seien noch dort und gab mir die Handynummer (!!!!!!!!!!) von dem Leiter dort, sagte mir, ich soll ihn anrufen, wenn ich dort bin, er hat das geklärt, ich kann sie da abholen. Dann erklärte er mir noch, wo ich hin muß und machte sich dann ganz souverän weiter auf seine Tour.

Mir fiel der Mount Everest vom Herzen, der Paketbote hatte sich also völlig korrekt verhalten, nur die Technik hat etwas völlig absurdes daraus gemacht! Mein Herz hüpfte, ich mußte mir aber Mühe geben mich nicht zu sehr zu freuen, da ich befürchtete, daß bei meinem Glück im Augenblick die Pakete doch schon wieder auf dem Weg zum Absender sind….

Also Isa schnell zum Bahnhof gebracht, und dann auf nach Neukölln. Dort angekommen rief ich den guten Mann an, der freundlich schon meinen Anruf erwartete und mir dann auch meine Pakete aushändigte. Nebenbei klagte er noch über das elektronische System, denn statt Rücksendung reinzuschreiben haben die aus “Rücksendung der Zustellung”  “Zustellung beim Nachbarn Rücknagel” gemacht! Unglaublich! Was für ein Streß wegen eines Systemfehlers (rot markieter Bereich im Bild).

Er händigte mir dann meine beiden Pakete aus, und sagte mir, ich soll mir seine Handynummer speichern, denn es gibt leider oft Probleme mit unzuverlässigen Zustellern und er versucht immer die Pakete noch einen Tag lang im Depot zu erhalten um eventuell doch noch den Empfänger zu ermitteln bzw. demjenigen die Möglichkeit zu geben noch an seine Sendung zu kommen. Wenn ich also wieder Probleme habe darf ich mich vertrauensvoll an ihn wenden und diese Nummer benutzen.

Und da sind sie nun, die Pakete, die mir den letzten Nerv geraubt haben. Ich nehm mir jetzt erst mal einen Kaffee, beantworte alle Mails, die hier aufgelaufen sind und werde später in aller Ruhe auspacken und Eure Sendungen einpacken und morgen früh dann verschicken. Frei nach dem Motto – Ende Gut, alles Gut!